Weltklassetennis bei den Wolffkran Open 2018

Am vergangenen Sonntag endeten die zweiten Wolffkran Open mit den Finalspielen in Doppel- und Einzelkonkurrenz. Das Kennzeichen dieser Tenniswoche war das große Favoritensterben, was aber der Qualität des Turniers keinen Abbruch tat. Die Leistungsdichte zwischen den Weltranglistenplätzen 100 bis 400 ist enorm hoch, wie dieses Turnier zeigte. Titelverteidiger Yannik Hanfmann musste kurzfristig absagen und der erklärte Favorit, Vorjahresfinalist Lorenzo Sonego (Ranking 89), unterlag schon in Runde eins. Auch Frauenliebling Dustin Brown musste in seinem Auftaktspiel verletzungsbedingt aufgeben. Von den ersten 8 der Setzliste schieden 7 in Runde eins und zwei aus. Die Überraschung auf deutscher Seite war Johannes Haerteis, der mit einer Wildcard in die Quali gekommen war, 6 Matches in Folge gewann und erst im Halbfinale ausschied. Ein Riesenerfolg für den jungen Nürnberger, während für die höher eingeschätzten Masur und Krawietz schon im Viertelfinale Endstation war.

Im Finale standen sich dann der junge Italiener Filippo Baldi und der Franzose Gleb Sakharov gegenüber. Sie haben ein Ranking um die 240, boten aber im Finale Tennis der Spitzenklasse. Es war ein Spiel auf Augenhöhe mit Aufschlägen um die 200 km/h und mit längeren Ballwechseln in höchstem Tempo. Die ca. 300 Zuschauer waren begeistert, sie sahen eine ausgeglichene, ungemein spannende Partie und Tennis vom Feinsten. Immer wieder gab es lang anhaltenden Beifall zwischen den Ballwechseln. Sakharov führte 3:2 und hatte 6 Breakbälle, die der Italiener mit großer Laufarbeit abwehrte. Das war der Knackpunkt. Baldi glich aus, schaffte anschließend seinerseits das Break und gewann mit eigenem Service Satz eins mit 6:4. Im zweiten konnte er beim Stand von 4:4 dem Gegner den Aufschlag abnehmen und hatte anschließend 2 Matchbälle. Er nutzte den ersten mit einem Ass zum Satz- und Matchgewinn.

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Ein überglücklicher Filippo Baldi durfte dann bei der Siegerehrung einen Riesenpokal und 6190 € Preisgeld in Empfang nehmen. Mit seinem ersten Sieg bei einem Challenger Turnier bekam er auch 80 ATP Punkte gutgeschrieben, die ihn in der Weltrangliste ein großen Sprung nach vorne machen lassen.

Im Doppel gewannen der Inder Purav Raja und der Kroate Antonio Sancic gegen die australisch-holländische Paarung Ramez Junaid/David Pel im Match Tiebreak mit 10:5. Die beiden Paare waren auch die Nummer 1 und 2 der Setzliste und gehören nicht von ungefähr zu den 100 besten Doppeln der Welt.

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Prof. Dr. Florian Kainz und Dr. Peter Aurnhammer haben wieder eine Woche Spitzentennis in Ismaning möglich gemacht. Die Finalisten lobten sowohl die professionelle Organisation als auch die familiäre und freundliche Atmosphäre auf der Anlage und versprachen nächstes Jahr wiederzukommen. Ein solches Turnier kostet nicht nur eine Stange Geld, sondern auch viel Zeit und Arbeit von vielen Beteiligten. Peter Aurnhammer dankte in seiner Ansprache den 65 ehrenamtlichen Helfern, den über 50 Ballkindern, den 30 Linienrichtern und den 8 internationalen Schiedsrichtern, ohne deren Arbeit ein solches Turnier nicht durchführbar wäre.

Neben dem Tennis wurde im Rahmenprogramm viel Unterhaltung geboten. Am VIP Abend war es Django Asül, der mit Witz und Ironie die Bayerische Politik von den Anfängen bis zur Gegenwart aufs Korn nahm. Das Publikum hatte viel zu lachen und dankte ihm mit großem Beifall. Sehr interessant war die Podiumsdiskussion am Halbfinalsamstag über die Inklusion von Behinderten im Breitensport. Man war sich einig, dass mit Paralympics und Special Olympics schon viel passiert ist, dass aber im Bereich des Breitensports in den Vereinen noch einiges getan werden muss, um Inklusion zu verwirklichen.

Der Samstagabend gehörte dann dem TC Ismaning. Im Erdinger Biergarten und Sponsorendorf (Platz 3) wurden „20 Jahre Hallentennis in Ismaning“ gefeiert. In seiner Begrüßungsrede zeigte 1.Vorstand Willi Wantosch noch einmal die Entstehung unserer Hallen auf, bevor der Sturm auf das Buffet einsetzte. Die vier Jungs von der Liveband „idüpferl“ unterhielten die ca. 100 Gäste aufs Beste und sorgten für gute Stimmung. Die Höhepunkte des Abends waren „The Mixed Sexy Rollers“ und „The TCI Isi´s Line Dancers“.

Nach dieser tollen Woche können wir nur hoffen, dass im nächsten Herbst die 3. Auflage der Wolffkran Open wieder im Tennisclub Ismaning stattfindet.

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Die Gemeinde Ismaning sorgt auch im Sportpark für weihnachtliches Flair. Die Mitarbeiter haben einen schönen Tannenbaum neben dem Haupteingang des Zentralgebäudes aufgestellt.

Vielen Dank


Willi Wantosch ist nach Dr. Peter Aurnhammer und Bärbel Haynaly bereits das dritte TCI Mitglied, das in diesem Jahr für besondere Verdienste um den Tennissport geehrt wurde. Im Rahmen des Verbandstages am 1.12.2018 in Bad Göggingen zeichnete der Präsident des Bayerischen Tennisverbandes (BTV) Helmut Schmidbauer den 1.Vorsitzenden des TCI mit der silbernen Ehrennadel aus.Willi Wantosch hat sich um den Verein verdient gemacht: Er ist mit einer Unterbrechung seit 20 Jahren Vorstand und war von Anfang an einer der Antreiber bei der Planung und Realisierung der Tennisanlage im Sportpark.

Wie wir eben erfahren haben, wurde Bärbel Haynaly, unsere Organisatorin von Veranstaltungen im TCI, für ihren herausragenden Einsatz und ihr Engagement bei den Wolffkran Open 20181106 haynalyBaerbl ehrunggeehrt. Der Deutsche Tennisbund DTB überreichte ihr im Rahmen einer Turnierveranstaltungstagung in Stuttgart den „Max-Büchs Award“ (s. Bild). Es ist eine Auszeichnung für Persönlichkeiten, die sich um die Tennisturnierszene verdient gemacht haben. Dieser Preis wurde bisher nur 10 Mal in Deutschland vergeben, nach Südbayern zum  ersten Mal.